Sind Haare tot? Diese Frage wird mir häufig gestellt, wenn es um die optimale Haarpflege geht. Vor einiger Zeit hatte ich bei Facebook nach Euren größten Haarproblemen gefragt. Es hatten wirklich sehr viele von Euch geantwortet woraus ich schließe, dass das Thema Haarschäden und sogar Probleme mit der Kopfhaut doch um einiges bedeutsamer ist, als ich zunächst gedacht habe. Hier sind Eure am häufigsten genannten Haarprobleme:

  • Trockene Spitzen
  • Trockene Haare
  • Fettiger Haaransatz trockene Spitzen
  • Schuppen
  • Trockene Kopfhaut
  • Wellen / Locken vor allem bei höherer Luftfeuchtigkeit
  • Juckende Kopfhaut
  • Haarausfall
  • Spliss
  • Fliegende Haare

Viele von Euch haben lange Haare und wünschen sich natürlich gesunde Haare und vor allem schöne Haare. Verständlich, mir geht es ja nicht anders 😊

Eins vorweg: Grundsätzlich fällt das Thema extreme Schuppen in die Kategorie „bitte zum Arzt gehen“. Denn diese können schon krankhaft sein. Schuppen sind Hautzellen, die nicht wie sie eigentlich sollen einzeln abschuppen. Stattdessen fallen sie in größeren Gruppen ab und reißen meist noch weitere „unreife“ also noch lebende Hautzellen mit sich. Das ist so nicht von der Natur vorgesehen und hat meist mit Hautproblemen der Kopfhaut zu tun. Auch wenn es gewisse Wirkstoffe gibt, die für Schuppenshampoos verwendet werden, so kann ich diese Thema hier aus rechtlichen Gründen nicht tiefer beleuchten. Ich bitte um Verständnis.

Auch bei Haarausfall sollte man dies mit dem Haus- oder Hautarzt abklären, wobei auch Haarausfall in den Wechseljahren bei Frauen häufiger vorkommt als in jungen Jahren. Dies ist also sowohl bei Männern als auch bei Frauen hormonell bedingt.

Aber sind Haare tot und kann man Haarschäden reparieren?

Aber jetzt zu den Haarproblemen die wir selbst beeinflussen können. Es ist nicht nur wichtig auf unsere Hautgesundheit im Gesicht und am Körper zu achten, sondern auch auf unsere Kopfhaut und unsere Haare. Denn kaputte Haare kann man nicht mehr reparieren, wenn sie erst einmal kaputt sind. Auch wenn uns die Kosmetikindustrie etwas ganz anderes verkaufen möchte. Die Frage „sind Haare tot“ muss man eindeutig mit „ja“ beantworten. Sie bestehen aus Horn, bzw. Keratin (eine Eiweißgruppe) und haben keinen Zellkern.

Trockene Haare gehören zu den häufigsten Haarproblemen. Es entsteht durch eine beschädigte Schuppenschicht. Das Haar kann, die auch die Haut – die Feuchtigkeit nicht gut halten. Auch das kräuseln bei Luftfeuchtigkeit kann von zu trockenen Haaren kommen.

Ich schätze das wird einigen Leser(innen) jetzt nicht so gut gefallen, aber natürlich trägt auch die chemische Behandlung zur Beschädigung der Haarstruktur bei. Haare färben, Haare bleichen, Haare strähnen, Haare dauerhaft glätten – das alles ist kein Zuckerschlecken für das Haar. Denn schließlich muss die Schuppenschicht dazu erst einmal gewaltsam aufgebrochen werden, um im Haarinneren die chemischen Reaktionen hervorzurufen. Oft ist es nicht möglich, die äußere Haarschicht wieder ganz zu schließen

Fettige Haare beziehungsweise ein schnell fettender Haaransatz kommt fast immer von einer falsch verstandenen Pflege und von zu häufigem Haare waschen mit den falschen Mitteln.  Letzteres ist auch der häufigste Auslöser wenn die Kopfhaut juckt.

Welche Haarschäden Art ist die häufigste?

Spliss kommt von trockenen Haaren und von Reibung. Dass Haarkeratin nimmt dadurch Schaden und bricht auf.  Auch hier ist die passende Pflege entscheidend. Oder Haare brechen ab, wenn ihre Struktur nachhaltig geschädigt ist.

Wie solltest Du Haare pflegen?

Die Haarpflege ist genau wie die Hautpflege auf den Haartyp abzustimmen. Was bei dem einen gut funktioniert kann beim nächsten völlig unpassend sein. Wer also die richtige Haarpflege für seinen Haartyp finden will, sollte zunächst seinen Haartyp bestimmen. Denn danach richtet sich, wie Deine perfekte Haarpflege aussieht und welche Art von Shampoo, Condictioner oder Leave-In Produkte Du verwenden solltest.

Übrigens kann auch das „Überpflegen“ der Haare zu Spliss und Haarschäden führen. Auch hier gilt also wieder nicht „viel hilft viel“!

Natürlich kann man auch natürliche Haarpflege selber machen. Und die selbstgemachten Haarpflege Produkte sind häufig auch noch viel besser als gekaufte Naturkosmetikprodukte! Ich muss sagen, hier steckt die Kosmetikindustrie noch in den Kinderschuhen. Das liegt wohl auch daran, dass wir bestimmte Shampooarten gewohnt sind. Shampoos sollen schäumen, obwohl das für den Reinigungseffekt gar nicht notwenig ist. Durchsichtige Shampoos sollen den Eindruck der gründlichen Reinigung vermitteln während undurchsichtige, perlmuttfarbene und besonders milchige Shampoos und für besonderes intensive Pflege stehen. Allerdings ist dies meist nur reines Produktdesign hervorgerufen durch entsprechende Pigmente.

Ich schwöre seit vielen Jahren auf mein selbst gemachtes Shampoo das für unterschiedliche Haartypen angepasst werden und mit der entsprechenden Spezialpflege kombiniert werden kann. Denn ich selbst möchte auf Inhaltsstoffe wie Sodium Laureth Sulfate, PEGs, Parabene oder Mikroplastik auf meinem Kopf unbedingt verzichten!

Mein Einsteiger Rezept für ein DIY Shampoo – sozusagen die „Mutter aller Shampoos“ – ist mein Rosmarin Shampoo. Wie Du es herstellen kannst, liest Du in diesem Blogpost. Wenn Du Dein Shampoo genau für Deinen Haartyp herstellen möchtest sind allerdings einige weitere Grundlagen erforderlich. Diese lernst Du im Happy Rühring Onlinekurs Teil 2 für Haar- und Körperpflege.

Happy Rühring!

Deine Martina